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Mit der Ausstellung "Joan
Miró - Werke aus Mallorca" setzt das Museum am Ostwall seine
junge Tradition bedeutender Sonderausstellungen zur Klassischen Moderne
fort. Die diesjährige Schau mit Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen
und Graphiken von Joan Miró ist der Höhepunkt der Ausstellungstätigkeit
unseres Museums kurz vor der Jahrtausendwende.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung "Pilar i Joan Miró a Mallorca"
entstand eine außergewöhnliche Präsentation der Kunst dieses
bedeutenden katalanischen Künstlers, die in dieser Form noch nie in
Deutschland zu sehen war. Gerade das Spätwerk von Joan Miró
- wir zeigen Werke aus den Jahren 1966 bis 1981 - zeichnet sich durch eine
unglaubliche Vielfältigkeit aus, die nur noch mit dem Reichtum der
Arbeiten des späten Picasso vergleichbar ist.
Diese Schau, in der auch sehr spielerische und humorvolle Arbeiten zu sehen
sind, wendet sich nicht nur an Kunstkenner, sondern im besonderen auch an
Kinder und Jugendliche - ganz im Sinne von Joan Miró...
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© VG Bild-Kunst,
Bonn 1999 |

Die Bilder der Ausstellung
werden in einem Extrafenster geöffnet. Mit den Pfeilen können
Sie sich dann durch die Ausstellung bewegen. |


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Joan Miró ist
einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Es gibt kaum
ein Kunstmuseum auf dieser Welt, welches nicht Werke - Gemälde, Skulpturen,
Keramiken, Zeichnungen oder Graphiken - dieses katalanischen Meisters besitzt.
Wenn man von spanischer Kunst in diesem wechselreichen Jahrhundert der Kunst
spricht, so denkt man an Pablo Picasso, Salvador Dali, Juan Gris und Joan
Miró.
Geboren 1893 in Barcelona als Sohn eines Goldschmieds verbrachte der junge
Miró seine Kindheit vornehmlich in dieser Stadt. In den Ferien allerdings
reiste er gern ins nahegelegene Tarragona, nach Montroig und vor allem nach
Palma de Mallorca, der Heimat seiner Mutter.
Nach einer kurzen Ausbildung an der Kunstakademie La Lonja, wo auch Picasso
gelernt hatte, entschied sich Miró, in die avantgardistische Kunstschule
des Francisc Gali einzutreten. Ab 1915 arbeitete er als freier Künstler
und setzte sich zunächst mit den zeitgenössischen Tendenzen -
Fauvismus und Kubismus - auseinander. Die Bekanntschaft mit den Surrealisten
(André Breton, Hans Arp, Max Ernst, Giorgio de Chirico u.a.) führte
ab 1923/24 zu einer neuen Bildsprache. Miró übersetzte von nun
an seine Naturbeobachtung in eine poetische Malerei aus freien Zeichen und
ausdrucksstarken Farben - eine Traumwelt mit wundersamen und phantastischen
Dingen entstand. Zu Beginn der 30er Jahre änderte Miró aufgrund
einer künstlerischen Krise nochmals seine malerische Bildsprache radikal.
Bevorzugt wurden jetzt abstrakt wirkende Gemälde komponiert, die schon
einige Jahre später zu den spielerisch-heiteren Sprachbildern führten,
welche die Popularität des Künstlers enorm steigern sollten.

Die Gestirne (Sonne,
Mond, Sterne), Tiere (vornehmlich Vögel), und Figuren (Köpfe,
Arme, Beine) wurden von nun an immer wieder poesievoll umgesetzt. Die Farben
dieser Bilder finden wir bis zuletzt in seinen Werken: Rot, Blau, Gelb,
Grün und Schwarz.
Mirós außergewöhnliches Werk beschränkt sich indes
nicht nur auf Gemälde, Zeichnungen und Graphiken. Im Laufe der Zeit
entstand eine reiche Produktion dreidimensionaler Objekte: Friesartige Wandgestaltungen,
Keramiken, Skulpturen. Weltweit erhielt der Künstler Aufträge
für große Wandkeramiken und Skulpturen, die seine Kunst auch
außerhalb der Museen zum Erlebnis werden lassen. |

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Einen lang gehegten Wunsch
konnte sich Joan Miró 1956 erfüllen. Er siedelte in diesem Jahr
in sein großzügiges, mediterranes Atelier in Cala Major, in der
Nähe des Zentrums von Palma de Mallorca, über. In diesem Atelier,
welches sein Freund Josep Lluis Sert als Architekt entworfen hatte, war
es Miró möglich, seine großformatigen Leinwände zu
malen und zugleich auch an Zeichnungen zu arbeiten. 1959, nachdem er den
Guggenheim-Preis erhielt, kaufte sich Miró ein nahegelegenes Grundstück
mit einer alten Villa (Son Boter) hinzu, wo er ebenfalls an den großen
Bildern arbeitete.
Der Umzug nach Cala Major bedeutete wieder einen Neubeginn für die
Kunst Joan Mirós, vor allem für seine Malerei. In den Gemälden
dieser Ausstellung begegnet uns eine bisweilen ungewöhnliche Bildsprache,
die erlöst ist von sorgfältig gesetzten Linien und Farbfeldern.
Die Leinwände waren für Miró zur großen Arena geworden,
in der er sich ungezwungen malerisch bewegen konnte. Spontane Gesten (Fingerabdrücke,
Kleckse, Farbgerinsel) gehörten ebenso zum Repertoire wie auch Zeichen
und Formen, die uns noch entfernt an Gestirne und Figuren erinnern. Auch
in diesen Bildern tauchen Mirós Grundfarben Rot, Blau, Gelb, Grün
auf. Eine bedeutende Rolle gewann das Schwarz, welches für die auf
Mallorca entstandenen Werke allerdings eine andere Bedeutung als Dunkelheit
oder Trauer hat.
Unerschöpflich blieb die Erfindungsgabe Mirós auch in den letzten
25 Jahren - nicht nur in der Malerei, sondern auch in der Skulptur. Aus
banalen Gegenständen, die er am Strand aufsuchte, aus traditionellen
mallorquinischen Figuren und Spielzeugen, die er in seinem Atelier sammelte,
formte Miró Skulpturen, die ihresgleichen an Poesie suchen. Hierzu
befragt, sagte Miró:
"Das kleinste
Ding der Natur ist in sich eine eigene Welt. Ich finde alle meine Themen
auf den Feldern oder an der Küste. Ankerteile, Seesterne, Ruderblätter
und Steuerpinnen - alle tauchen sie in meinen Kompositionen auf, und dasselbe
gilt für die eigenartigen Hutformen von Pilzen und die 77 verschiedenen
Kürbisarten."
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1981 schenkte Joan Miró
der Stadt Palma seine Ateliers und eine Vielzahl der hier entstandenen Arbeiten,
um eine Stiftung in seinem und im Namen seiner Frau Pilar zu gründen.
Im Dezember 1992 bezog die Stiftung die neuen Gebäude des Architekten
Rafael Moneo, die direkt an die beiden Ateliers angrenzen. Über 5000
Werke (Gemälde, Collagen, Graphiken, Skulpturen u.v.a.) gehören
zum Stiftungsbesitz. Jeder Besucher erhält vor allem in den beiden
Ateliers einen diskreten Einblick in das Schaffen des Künstlers auf
Mallorca.
Alle in unserer Ausstellung
gezeigten 123 Werke gehören der Stiftung "Pilar i Joan Miró
a Mallorca". Diese Ausstellung wird exklusiv in Dortmund zu sehen sein.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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